Gilde Filmpreise zur Berlinale 2026 verliehen
Zum 36. Mal zeichnete der Arthouse-Kinoverband AG Kino – Gilde e.V. den aus Sicht der Jury besten Film im internationalen Wettbewerb der Berlinale mit dem Gilde Filmpreis aus. Die Jury bestand in diesem Jahr aus:
Claudia Dostal (Yorck Kino GmbH, Berlin)
Hans-Jörg Blondiau (Zoom Kino, Brühl)
Kathrin Bohm-Berg (multiculturelles centrum, Templin)
Als bester Film im Wettbewerb wurde ausgezeichnet: GELBE BRIEFE von Ilker Çatak
Begründung der Jury: Es ist das Wesen unserer modernen Gesellschaften, dass wir zwischen Anpassung und Abgrenzung, zwischen autoritären und freiheitlichen Strukturen changieren. In 'Gelbe Briefe' existieren demokratische und diktatorische Gesellschaftsstrukturen nebeneinander. Die Innenansicht der Türkei, wie sie heute existiert, wird ins Stadtbild von Berlin und Hamburg (Ankara und Istanbul) verlegt. Ein toller Kunstgriff, weil er die gesellschaftliche Entwicklung, in der wir uns aktuell auch in ganz Europa und weltweit befinden, auf den Punkt bringt. Das Nebeneinander von Gradlinigkeit und Anpassung spiegelt sich kongenial im Figurenensemble und deren Spiel. In persönlich unsicheren Zeiten fallen die Protagonisten in scheinbar überwunden geglaubte patriarchalische Verhaltensmuster zurück.
Lobende Erwähnung: THE LONELIEST MAN IN TOWN von Tizza Covi und Rainer Frimmel
Begründung der Jury: Ein Film wie ein guter Bluessong. Ein Wiener Original in einer leider aussterbenden Welt, der zeigt, dass die analoge Welt mit ihren Schallplatten und Zeitschriften ihren eigenen Zauber hat. Der Bluesmusiker Alois alias Al Cook spielt sich in der schönsten Überraschung des Berlinale-Wettbewerbs selbst.
Der Film Gelbe Briefe läuft ab dem 2.4. im ZOOM Kino