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Geschichte

Die Geschichte des Brühler Kinos

Die Brühler Kinogeschichte begann im Jahr 1908, als die Familie Kaumanns das erste Kinematographische Theater im Haus zur Krone am Markt eröffnete. 308 Besucherinnen und Besucher konnten hier die Welt der bewegten Bilder kennen lernen.

1913 startete der Spielbetrieb im Modernen Theater, ebenfalls am Markt, in einem Theater mit 152 Plätzen.

1922 nahm das dritte Kino auf dem Brühler Markt, das Apollo seinen Betrieb auf, hier wurde übrigens 1930 der erste Tonfilm in Brühl aufgeführt.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Brühl eine Kinometropole im Rheinland. Gab es in Köln bei Kriegsende nur noch fünf der vormals 56 Kinos, die nicht durch Bombenangriffe beschädigt wurden, waren alle drei Brühler Kinos spielbereit. Mit dem "Kinoexpress", wie die KBE zur damaligen Zeit aus gutem Grund genannt wurde, kamen die Kölnerinnen und Kölner in Scharen nach Brühl. Die Bahn war damals nicht ein besonders schnelles Verkehrsmittel. Aus diesem Grund stiegen die meisten Männer bereits in Brühl Nord aus, um für die gesamte Familie die heißbegehrten Kinokarten zu kaufen, bevor der "Kinoexpress" in Brühl Mitte angekommen war. Der Andrang in den Brühler Kinos war so stark, dass fast täglich Glasscheiben im Eingangsbereich durch das Gedränge zu Bruch gingen. Die Kinobesitzer waren entsprechend vorbereitet.

In den 50er Jahren eröffneten noch zwei weitere Kinos in Brühl, das Capitol im Saal Regh in Kierberg und die Kamera im Rheinischen Hof in Pingsdorf.

Zu dieser Hochzeit gab es insgesamt 2.218 Sitzplätze in den Brühler Kinos. Den größten Saal hatte das Moderne Theater mit 900 Sitzplätzen. Zum Vergleich: Der größte Saal in Köln ist im Cinedom mit 705 Plätzen.

Nach dem Kinoboom folgte in den 60er Jahren der große Besucherrückgang. Das Fernsehen und geänderte Verleihbedingungen schadeten der Attraktivität nicht nur der Brühler Kinos.

Mitte der 60er Jahre schlossen die Vorortkinos in Kierberg und Pingsdorf ihre Pforten. 1969 folgte das Apollo, 1970 das Moderne Theater und schließlich 1978 das Kronentheater, dessen letzter Besitzer allerdings 1975 das City am Balthasar Neumann Platz eröffnet hatte.

Ende der 70er Jahre gab es also nur noch ein Kino, in unattraktiver Lage mit 139 Plätzen in Brühl.

Am 16. Dezember 1985 war die Brühler Kinoära erst einmal vorbei: Im City Theater am Balthasar-Neumann-Platz gingen für immer die Projektionslampen aus.

Doch "Kino in Brühl" sollte nicht sterben. Breits im Januar 1986 gab es in Brühl eine Informationsveranstaltung, bei der Wolfgang Dormann, damals Leiter der Arbeitsgemeinschaft kommunale Filmarbeit, allen interessierten Bürgerinnen und Bürger den wichtigen Stellenwert der Filmarbeit im kulturellen Leben einer Stadt verdeutlichte.

Nach einer angeregten und engagierten Diskussion trugen sich viele der Gäste in eine Liste ein, um die Filmarbeit in Brühl zu unterstützen. Nach mehreren Treffen wurde am 2. Juni 1986 der Verein ZOOM Brühler Kinotreff geboren. Brühl hatte wieder eine Kinoperspektive!

Ziel der Satzung war es, durch ein regelmäßiges Filmangebot wichtiger Bestandteil des Brühler Kulturlebens zu werden und einen festen, Atmosphäre ausstrahlenden Kinotreffpunkt für alle Brühler Bürgerinnen und Bürger zu installieren.

Nach Gesprächen mit der Stadt und der VHS war schnell eine Zwischenlösung gefunden. Bis zur Realisierung eines Kinos in Brühl, konnten die Räumlichkeiten der Volkshochschule genutzt werden.

Bereits am 21. Juni (knapp drei Wochen nach der Vereinsgründung) organisierte ZOOM eine französische Filmnacht. Von da an gab es jeden Sonntagabend eine Filmvorführung in den Räumen der Volkshochschule. Geprägt wurde das Programm durch Filmreihen, z. B. zu einen bestimmten Regisseur, einer bestimmten Schauspielerin oder einem bestimmten Thema. Daneben veranstaltete ZOOM Filmnächte, lud Regisseure und andere Filmschaffende zur Diskussion nach Brühl ein und veranstaltete 1986 die erste Open-Air-Filmveranstaltung.

Dieser Punkt ist besonders bemerkenswert, da ZOOM auf diesem Gebiet wahre Pionierarbeit geleistet hat. Gibt es heutzutage in jeder größeren Stadt im Sommer Open-Air-Kino, so war das 1986 noch vollkommen unbekannt in Deutschland. ZOOM gehörte mit zu den ersten Veranstaltern, die das Freiluftkino in unseren Breitengraden bekannt machten.

Open-Air-Kino in Brühl, anfangs noch ein Bestandteil des Brühler Marktes, hat sich mittlerweile zu einem jährlich stattfindenden Kulturspektakel etabliert, das weit über die Grenzen Brühls hinaus bekannt ist.

ZOOM konnte während der Jahre 1986 bis 1996 einiges erreichen:

Die Sonntagsvorstellungen in der VHS wurden zur festen Einrichtung.

Bereits 1988 wurde ZOOM erstmals vom Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Preis "Power für die Provinz" für das erfolgreiche Konzept und die originellen Ideen ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit vielen Vereinen und Institutionen gab es immer wieder Sonderveranstaltungen

Die Brühler Kinogeschichte wurde von ZOOM zusammengestellt, ausgewertet und 1990 in einem Buch veröffentlicht .

1994 wurde ZOOM mit dem Kulturpreis des Erftkreises ausgezeichnet.

1995 beteiligt sich ZOOM an einer bundesweiten Aktion "100 Jahre Kino". Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ein Teil des Belvedere Parkplatz zum Kino, wie in den Anfängen: Die Filmvorführungen fanden in einem Zirkuszelt statt.

1995 hatte der Verein fast 150 Mitglieder.

1996 fanden sich endlich die notwendigen Räume um ein Kino für Brühl zu realisieren. Mit Unterstützung der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und jeder Menge Eigenleistung entstand in wenigen Monaten ein Kino mit 65 Plätzen.

Das Jahr 1996 bleibt allen Aktiven bei ZOOM sicherlich in Erinnerung. Es galt nicht nur handwerkliche Arbeiten zu erbringen und die Räume technisch auszustatten, nein, darüber hinaus musste ein Konzept für das Kino erarbeitet werden.

Gab es bisher im Jahresdurchschnitt bei ZOOM maximal eine Veranstaltung pro Woche, sollten es im Kino 17-19 (geworden sind es dann 26) sein. Lange Debatten und betriebswirtschaftliche Überlegungen bestimmten nach der körperlichen Arbeit im Kino unsere Freizeit.

Am 30. November 1996 war es dann endlich soweit: Das ZOOM Kino wurde eröffnet. 

Anfang 2018 zählte der Verein 1550 Mitglieder.